Wie man auf Deutsch Gehaltsverhandlungen führt | German conversation exercise (A1-A2)

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Hallo und herzlich willkommen. Schön, dass du wieder dabei bist. Heute haben wir ein Thema, das sehr praktisch ist. Ein Thema, das viele Menschen nervös macht. Ein Thema, über das viele nicht gerne sprechen, aber das sehr wichtig ist. Hallo zusammen, schön wieder hier zu sein. Ja, ich glaube das heutige Thema ist eines, das fast jeder Mensch irgendwann braucht. Ob man einen neuen Job hat, ob man schon lange arbeitet und mehr verdienen möchte oder ob man einfach wissen will, wie das auf Deutsch geht. Genau. Wir sprechen heute über Gehaltsverhandlungen. Das Wort ist aus zwei Teilen. Gehalt, das ist das Geld, das man für seine Arbeit bekommt, jeden Monat. Das Gehalt kommt auf das Konto. Man arbeitet und bekommt Geld dafür. Und Verhandlung? Was bedeutet das? Eine Verhandlung ist ein Gespräch. Ein Gespräch, wo zwei Menschen über etwas sprechen und eine Einigung finden wollen. Beim Gehalt ist es so, man möchte mehr Geld. Der Chef hat vielleicht eine andere Zahl und dann spricht man darüber, man verhandelt. Ja, und das klingt vielleicht einfach, aber in der Praxis, im echten Leben ist es für viele Menschen sehr schwer. Man hat Angst, man weiß nicht, was man sagen soll. Man weiß nicht, wie man anfängt. Man möchte den Chef nicht verärgern. Man möchte höflich bleiben und trotzdem klar sagen, was man möchte. Ja, diese Mischung höflich und klar, das ist die Kunst der Gehaltsverhandlung. Und heute wollen wir genau das üben. Wir sprechen über wie bereitet man sich vor, was sagt man, wie sagt man es, welche Sätze kann man benutzen auf Deutsch, ganz einfach. Und wir machen das in einem echten Gespräch. Wir zeigen, wie so eine Verhandlung klingen kann, damit die Zuhörer ein echtes Beispiel hören. Ja, das ist sehr wichtig, weil man Sprache am besten lernt, wenn man sie im Kontext hört, in einer echten Situation. Gut, bevor wir aber in die Beispiele gehen, lass uns erst über die Vorbereitung sprechen, weil Vorbereitung ist sehr wichtig bei einer Gehaltsverhandlung. Ja, das stimmt. Man geht nicht einfach zum Chef und sagt, ich möchte mehr Geld. Das reicht nicht. Man muss sich vorbereiten. Man muss Argumente haben. Gute Argumente. Was sind gute Argumente? Also, das erste und wichtigste Argument ist die eigene Leistung. Was habe ich gemacht? Was habe ich erreicht? Was habe ich für das Unternehmen getan? Man muss konkrete Beispiele haben. Nicht nur ich arbeite hart, sondern ich habe dieses Projekt gemacht. Ich habe dieses Problem gelöst. Ich habe diese Aufgabe sehr gut erledigt. Ja, konkrete Beispiele sind sehr viel stärker als allgemeine Aussagen. Man sagt nicht, ich bin ein guter Mitarbeiter. Man sagt, in den letzten sechs Monaten habe ich drei große Projekte abgeschlossen. Ich habe neue Kunden gewonnen und ich helfe dem Team regelmäßig bei Problemen. Genau so sieht der Chef. Diese Person weiß, was sie geleistet hat. Diese Person ist selbstbewusst. Diese Person hat Gründe für die Erhöhung. Dann ist das zweite wichtige Argument der Markt. Was verdienen andere Menschen in derselben Position? Was zahlen andere Unternehmen für dieselbe Arbeit? Ja, das ist sehr wichtig. Man schaut vor der Verhandlung, was ist das normale Gehalt für meinen Job in dieser Stadt, in dieser Branche? Man macht eine Recherche, man schaut im Internet, man spricht mit anderen Menschen. Und dann kommt man vorbereitet. Man weiß, das Marktgehalt für meinen Job liegt zwischen X und Yur und ich verdiene gerade weniger. Das ist ein gutes Argument. Ja, weil der Chef sieht, diese Person kennt den Markt. Diese Person weiß, was sie wert ist. Das ist professionell. Dann gibt es noch ein drittes wichtiges Ding vor der Verhandlung und das ist die eigene Zahl kennen. Man muss wissen, was man möchte. eine konkrete Zahl, nicht ich möchte mehr, sondern ich möchte x€ mehr pro Monat. Ja, man muss eine konkrete Zahl nennen. Das fühlt sich vielleicht seltsam an, es fühlt sich fordernd an, aber es ist wichtig, weil wenn man keine Zahl nennt, dann nennt der Chef eine Zahl und dann verhandelt man von dieser Zahl aus und diese Zahl ist oft kleiner als das, was man sich gewünscht hat. Genau. Man nennt die eigene Zahl zuerst. Das gibt einem die Kontrolle über das Gespräch. Und diese Zahl, die sollte ein bisschen höher sein als das, was man wirklich möchte, weil man verhandelt. Der Chef wird vielleicht weniger bieten und dann einigt man sich in der Mitte. Und diese Mitte, die sollte das sein, was man wirklich wollte. Das ist eine sehr kluge Strategie. Man nennt eine höhere Zahl, damit man am Ende bei der Zahl landet, die man wirklich wollte. Ja, das ist normal bei einer Verhandlung. Das ist keine Lüge, das ist einfach das Verhandeln. Gut, ich glaube, wir sind bereit für ein Beispiel. Lass uns eine Gehaltsverhandlung spielen. Ich bin der Mitarbeiter. Du bist der Chef. Gut, dann fangen wir an. Ich bin der Chef. Du kommst in mein Büro. Guten Tag. Haben Sie kurz Zeit für mich? Ja, natürlich. Kommen Sie herein, setzen Sie sich. Was kann ich für Sie tun? Danke. Ich möchte heute gerne über meinen Gehalt sprechen. Ist das okay? Ja, klar. Was möchten Sie sagen? Ich arbeite jetzt seit zwei Jahren in diesem Unternehmen. Ich bin sehr gerne hier. Ich mag das Team und die Arbeit macht mir Spaß, aber ich möchte über eine Gehaltserhöhung sprechen. Okay. Was haben Sie sich vorgestellt? In den letzten zwei Jahren habe ich viel geleistet. Ich habe drei große Projekte erfolgreich abgeschlossen. Ich habe neue Kunden gewonnen und ich helfe dem Team regelmäßig bei Problemen. Ich glaube, meine Leistung ist sehr gut. Das stimmt. Sie arbeiten wirklich gut. Das sehen wir auch so. Danke. Außerdem habe ich nachgeschaut, das Marktgehalt für meine Position liegt im Moment zwischen 4000 und 4500 €. Ich verdiene im Moment 3500 €. Das ist etwas unter dem Markt. Mhm. Das habe ich nicht gewusst. Das ist interessant. Deshalb möchte ich fragen, ist es möglich, mein Gehalt auf 4200 € zu erhöhen? Das ist eine konkrete Zahl. Ich muss das kurz überlegen. 4200 ist ein großer Schritt, aber ich verstehe Ihre Argumente. Was würden Sie sagen, wenn wir bei 4000 anfangen? 4000 €? Das klingt fair. Ich kann damit einverstanden sein, wenn wir in 6 Monaten noch einmal sprechen und schauen, wie es weitergeht. Das klingt gut. Ja, ich denke, das können wir machen. 4000 € ab nächstem Monat und in 6 Monaten sprechen wir wieder. Sehr gut. Vielen Dank. Ich freue mich darauf, weiter gute Arbeit zu leisten. Gut gemacht. Das war ein sehr schönes Beispiel. Lass uns jetzt analysieren, was gut war in diesem Gespräch. Ja, gerne. Also, ich habe zuerst höflich gefragt: "Haben Sie kurz Zeit für mich? Das ist wichtig. Man geht nicht einfach rein und redet. Man fragt erst." Ja, das ist Respekt. Man zeigt dem Chef, ich respektiere ihre Zeit. Darf ich sprechen? Dann habe ich positiv angefangen. Ich habe gesagt, ich bin sehr gerne hier. Ich mag das Team, das ist wichtig. Man zeigt, ich bin kein schwieriger Mitarbeiter. Ich bin zufrieden, aber ich möchte fair bezahlt werden. Genau. Man beginnt mit etwas Positivem. Das macht das Gespräch leichter. Der Chef fühlt sich nicht sofort angegriffen. Dann habe ich meine Leistungen genannt. Konkrete Dinge. Nicht ich bin gut, sondern ich habe das und das gemacht. Ja, das ist sehr wichtig. konkret sein, Zahlen, Projekte Ergebnisse. Dann habe ich den Markt erwähnt. Ich habe gesagt, das Marktgehalt ist so und so. Das ist eine objektive Information, kein persönlicher Angriff, einfach eine Information. Genau. Man macht es nicht persönlich. Man sagt nicht, ich bin schlecht bezahlt. Das ist nicht fair. Man sagt, der Markt zeigt, dass das normale Gehalt höher ist. Dann habe ich eine konkrete Zahl genannt, 4200 €. Klar. Und direkt? Ja. Und dann hat der Chef eine kleinere Zahl genannt, 4000. Und du hast zugestimmt, aber mit einer Bedingung. In 6 Monaten widersprechen. Ja, das ist auch eine sehr gute Technik. Wenn man nicht alles bekommt, was man wollte, dann kann man sagen: "Okay, ich stimme zu, aber können wir in 6 Monaten widersprechen?" So hält man das Gespräch offen für die Zukunft. Genau. Man gibt nicht einfach auf. Man einigt sich und plant schon das nächste Gespräch. Das ist sehr klug. Man denkt an die Zukunft. Man gibt dem Chef auch das Gefühl, diese Person wird weiter gute Arbeit leisten. Diese Person ist loyal und in 6 Monaten sprechen wir wieder. Ja, so bleibt alles positiv. Man hat einen Schritt gemacht und in 6 Monaten kann man den nächsten Schritt machen. Ich möchte jetzt über Situationen sprechen, wo die Verhandlung schwieriger ist. Z.B. Was, wenn der Chef nein sagt? Ja, das passiert. Manchmal sagt der Chef, das ist gerade nicht möglich. Das Budget ist zu klein. Wir können das gerade nicht machen. Und dann dann ist es wichtig, ruhig zu bleiben. Nicht sofort wütend werden, nicht sofort beleidigt sein, sondern fragen. Man fragt, kann ich fragen, warum? Was müsste ich tun, damit das möglich ist? Ah, das ist sehr gut. Man dreht das Nein in eine Frage um. Was müsste ich tun, damit das ja möglich wird? Genau so zeigt man, ich bin bereit für das Gehalt zu arbeiten. Ich möchte verstehen, was ich tun muss. Das ist eine sehr reife Reaktion. Und dann bekommt man vielleicht klare Antworten. Der Chef sagt, wenn Sie dieses Projekt erfolgreich machen, dann können wir reden. Oder in sechs Monaten, wenn die Situation besser ist, sprechen wir wieder. Ja, und dann hat man ein klares Ziel. Man weiß, wenn ich das mache, dann bekomme ich das Gehalt. Das ist sehr gut. Viel besser als einfaches Nein ohne Erklärung. Und wenn der Chef kein klares Ziel nennt, wenn er einfach sagt: "Nein, das ist gerade nicht möglich, dann kann man sagen, können wir in drei Monaten noch einmal darüber sprechen?" Ja, man hält das Gespräch offen. Man gibt nicht auf, man plant den nächsten Schritt. Auch wenn der Chef gerade nein sagt, das ist so wichtig. Ein Nein ist nicht das Ende. Ein Nein ist oft ein noch nicht. Ja, noch nicht. Nicht nie, sondern noch nicht. Ich möchte noch eine andere schwierige Situation besprechen. Was, wenn man sehr nervös ist in der Verhandlung? Was, wenn man anfängt zu sprechen und dann vergisst man alles? Oh, das kennen so viele Menschen. Man hat sich vorbereitet, man hat alles geplant und dann sitzt man vor dem Chef und der Kopf ist leer. Was hilft dann? Ich glaube, zuerst atmen, tief Luft holen. Man macht eine kurze Pause, man sagt vielleicht: "Entschuldigung, ich bin kurz nervös. Ich möchte das gut sagen. Das ist okay, das ist menschlich." Ja, man gibt es zu. Man sagt, ich bin ein bisschen nervös, das klingt ehrlich, das klingt menschlich und das ist okay. Und dann, wenn man einen Moment hatte, kommt man wieder zu sich. Man erinnert sich an seine Argumente. Und deshalb ist Vorbereitung so wichtig, wenn man gut vorbereitet ist, wenn man die Argumente oft genug gedacht hat, dann kommen sie auch in einem nervösen Moment, weil sie so tief gespeichert sind. Ja, Vorbereitung ist das beste Mittel gegen Nervosität. Man übt das Gespräch, man spricht es laut vor, allein zu Hause. Man spricht es mit einem Freund, man probt es wie ein Schauspieler, der seinen Text lernt. Das ist ein sehr gutes Bild. Man probt das Gespräch. Man macht es so oft, dass es vertraut wird und dann im echten Gespräch fühlt es sich nicht mehr so fremd an. Ja, es fühlt sich bekannt an. Man hat diese Sätze schon gesagt. Man kennt sie schon. Man muss nicht neu denken, man erinnert sich. Das gibt so viel Sicherheit. Sich vorbereiten und üben, das ist das Wichtigste. Ich möchte jetzt noch über ein anderes Szenario sprechen. Das ist das Gespräch bei einem neuen Job. Also, man hat ein Vorstellungsgespräch, man bekommt ein Angebot und dann möchte man über das Gehalt sprechen. Ja, das ist eine andere Situation als bei einem bestehenden Job. Man kennt den Chef noch nicht so gut. Man ist noch neu und trotzdem möchte man fair bezahlt werden. Was ist hier anders? Zuerst, man wartet, bis der Arbeitgeber eine Zahl nennt, wenn möglich. Man lässt den Arbeitgeber zuerst sagen, was er anbietet und dann schaut man, ob das genug ist oder ob man verhandeln möchte. Ja, manchmal fragt der Arbeitgeber, was sind Ihre Gehaltsvorstellungen? Das bedeutet, was möchten Sie verdienen? Und dann muss man antworten. Man nennt eine Zahl oder eine Bandbreite. Eine Bandbreite ist von X bis Y. Also z.B. ich stelle mir ein Gehalt zwischen 3500 und 4000 € vor. Und warum eine Bandbreite? Weil man damit flexibel bleibt. Man sagt, das ist der Bereich, in dem ich denke. Man ist nicht zu starr. Man zeigt, ich bin bereit zu sprechen. Ja, aber man nennt trotzdem eine realistische Bandbreite. Nicht zu niedrig, das schadet sich selbst und nicht zu hoch, das kann den Arbeitgeber abschrecken. Genau. Man macht die Recherche vorher, was ist das normale Gehalt für diesen Job? Und dann nennt man eine Bandbreite, die ein bisschen über dem Minimum liegt. Und wenn das Angebot des Arbeitgebers niedriger ist, als man möchte, was sagt man dann? Man kann sagen, das Angebot ist sehr interessant. Ich habe mich aber auf ein Gehalt von X vorbereitet. Ist da noch etwas möglich? Das klingt höflich und klar, gleichzeitig. Man sagt nicht, das ist zu wenig, das nehme ich nicht. Man sagt, das ist interessant und fragt, ob mehr möglich ist. Ja, und dann wartet man. Man hört, was der Arbeitgeber sagt. Vielleicht ist mehr möglich, vielleicht nicht. Und wenn es wirklich nicht mehr gibt, dann muss man entscheiden, ist dieser Job trotzdem gut für mich? Sind andere Dinge auch wichtig, wie Erfahrung, wie das Team, wie die Entwicklungsmöglichkeiten? Ja, Gehalt ist wichtig, aber es ist nicht das einzige. Manchmal ist ein Job mit etwas weniger Gehalt sehr gut, weil man viel lernt, weil das Team toll ist, weil man sich weiterentwickeln kann. Ja, man schaut das ganze Paket an, nicht nur das Gehalt. Das ist ein sehr wichtiger Punkt, das Gesamtpaket. Urlaub, Arbeitszeiten, Homeoffice Möglichkeiten, Weiterbildungen, Boni. Das alles gehört zum Paket. Und manchmal kann man über das Paket verhandeln, auch wenn das Gehalt fix ist. Man kann sagen, wenn das Gehalt nicht höher sein kann, ist es möglich mehr Urlaub zu bekommen oder die Möglichkeit von zu Hause zu arbeiten. Oh, das ist so klug. Man verhandelt nicht nur über Geld, man verhandelt über das ganze Paket. Ja, weil manchmal ist Geld nicht das einzige, was zählt. Mehr Freiheit, mehr Flexibilität, mehr Entwicklungsmöglichkeiten, das hat auch einen Wert. Ich möchte jetzt über die wichtigsten Sätze sprechen. Die Sätze, die man in einer Gehaltsverhandlung benutzen kann. Ganz einfach. A1 Niveau. Ja, gerne. Das ist sehr wichtig. Die Sätze lernen und dann üben, üben, üben. Also, der erste Satz: Kann ich kurz mit Ihnen sprechen? Das ist der Anfang. Man fragt höflich um Zeit. Dann, ich möchte über mein Gehalt sprechen. Direkt und klar. Man sagt, worum es geht. Dann, ich arbeite jetzt seit Monaten, Jahren hier. Man gibt den Kontext, wie lange bin ich schon dabei? Dann ich bin sehr gerne hier. Man zeigt, ich bin loyal, ich möchte bleiben, ich bin zufrieden, aber ich möchte fair bezahlt werden. Dann in den letzten Monaten habe ich und dann nennt man die eigenen Leistungen, konkrete Beispiele. Dann das Marktgehalt für meine Position liegt bei und man nennt den Marktpreis. Man zeigt, ich habe recherchiert, ich kenne den Markt. Dann ich möchte fragen, ob es möglich ist, mein Gehalt auf X zu erhöhen. Man nennt die konkrete Zahl, klar und direkt. Und wenn der Chef fragt, was haben Sie sich vorgestellt? Dann kann man sagen, ich stelle mir ein Gehalt von x€ vor. oder ich denke an ein Gehalt zwischen X und Yuro. Wenn der Chef zögert, wenn er nicht sofort zustimmt, kann man sagen, ich verstehe. Können wir in 6 Monaten noch einmal darüber sprechen? Wenn der Chef nein sagt, kann man fragen, kann ich fragen, warum das gerade nicht möglich ist? Oder was müsste ich tun, damit das möglich wird? Und am Ende, egal wie das Gespräch läuft, sagt man: "Vielen Dank für das Gespräch. Man bedankt sich immer. Das ist höflich, das ist professionell. Ja, auch wenn man nicht alles bekommen hat, was man wollte, man bedankt sich, weil das Gespräch selbst schon wichtig war. Ich möchte jetzt noch ein zweites Beispielgespräch machen. Diesmal eine etwas schwierigere Situation. Ich bin wieder der Mitarbeiter und du bist wieder der Chef. Aber diesmal sage ich nein. Gut, ich bin bereit. Guten Tag. Haben Sie kurz Zeit für mich? Ja, natürlich. Kommen Sie rein. Danke. Ich möchte gerne über meinen Gehalt sprechen. Okay. Ich bin jetzt seit 3 Jahren hier. Ich mag meine Arbeit sehr. In den letzten drei Jahren habe ich viel geleistet. Ich habe neue Prozesse eingeführt, die dem Team Zeit gespart haben. Ich habe immer pünktlich geliefert und ich helfe oft anderen Kollegen. Ja, das stimmt. Sie sind ein wichtiger Teil des Teams. Vielen Dank. Ich habe auch geschaut, was andere Firmen für meine Position zahlen. Das liegt im Moment bei etwa 4000 €. Ich verdiene 3300 €. Deshalb möchte ich fragen, ob mein Gehalt auf 3800 € erhöht werden kann. Ich verstehe ihre Argumente, aber im Moment ist das leider nicht möglich. Das Budget ist gerade sehr eng. Wir haben viele Kosten. Ich verstehe das. Kann ich fragen, was ich tun kann, damit das in Zukunft möglich wird? Wenn Sie im nächsten Quartal das neue Projekt erfolgreich leiten, dann können wir sicher noch einmal darüber sprechen. Das ist gut zu wissen. Also, wenn ich das Projekt erfolgreich mache, dann sprechen wir wieder über das Gehalt. Ja, das verspreche ich Ihnen. Sehr gut, dann mache ich das Projekt sehr gerne. Und können wir einen Termin für das Gespräch dann schon planen? Vielleicht in vier Monaten. Ja, das können wir gerne machen. In vier Monaten sprechen wir wieder. Wunderbar. Vielen Dank für das Gespräch und für Ihre Offenheit. Sehr gerne. Ich schätze, dass Sie das ansprechen. Das ist wichtig. Okay, das war das zweite Beispiel. Was war gut hier? Also, du hast wieder gut angefangen. Positive Aussagen, konkrete Leistungen, Marktinformationen. Das war alles gut. Ja, und dann kam das Nein vom Chef. Und du hast ruhig reagiert. Du hast gesagt, ich verstehe das. Keine Wut, kein Drama, einfach ich verstehe. Ja. Ruhig bleiben ist so wichtig, auch wenn man enttäuscht ist. Und dann hast du sofort gefragt, was kann ich tun? Das ist so klug, man macht das Nein zu einem Gespräch über die Zukunft. Ja, und der Chef hat ein klares Ziel genannt, das Projektleiten. Das ist sehr gut, weil jetzt weiß man, das ist der Weg. Und dann hast du den nächsten Schritt schon geplant. Du hast gefragt, können wir in vier Monaten einen Termin machen? Du hast nicht gewartet. Du hast schon geplant. Ja, das ist sehr wichtig. Man lässt das Nein nicht einfach so stehen. Man macht einen Plan für die Zukunft. Man sichert das nächste Gespräch. Und am Ende hast du dich bedankt. Auch wenn du nicht bekommen hast, was du wolltest, du hast trotzdem höflich und positiv geendet. Ja, weil man nach dem Gespräch noch zusammenarbeitet. Man muss eine gute Beziehung behalten, auch nach einer schwierigen Verhandlung. Ich möchte jetzt über etwas Wichtiges sprechen, das viele Menschen vergessen und das ist die Zeit der Verhandlung. Was meinst du damit? Also, wann ist der richtige Moment für eine Gehaltsverhandlung? Das ist sehr wichtig, weil der Moment macht einen großen Unterschied. Ja, was ist der richtige Moment? Der richtige Moment ist nach einem Erfolg, nach einem guten Projekt, nach einem Lob vom Chef, nach einer guten Leistungsbewertung. Das ist der Moment, wo man die meiste Kraft hat. wo der Chef gerade positiv über einen denkt. Ja, wenn der Chef gerade gesagt hat, das war toll, was Sie gemacht haben, dann ist das der perfekte Moment, um zu sagen, danke, das freut mich. Darf ich in dem Zusammenhang kurz über meinen Gehalt sprechen? Genau. Man nutzt den positiven Moment. Und wann ist der falsche Moment? Der falsche Moment ist, wenn das Unternehmen gerade Probleme hat, wenn es Entlassungen gibt, wenn der Chef gerade unter sehr viel Stress ist, wenn man selbst gerade einen Fehler gemacht hat. Das sind keine guten Momente. Ja, man wartet, man ist geduldig und dann, wenn der Moment besser ist, dann spricht man. Ja, Timing ist sehr wichtig. Manchmal ist der Inhalt perfekt, aber der Moment ist falsch und dann kommt man nicht weiter. Genau. Man beobachtet die Situation, man wartet auf den richtigen Moment und dann, wenn er kommt, handelt man. Ich möchte jetzt noch über etwas Wichtiges sprechen und zwar was ist, wenn man sehr wenig Deutsch spricht? Was, wenn man in Deutschland oder Österreich oder der Schweiz arbeitet, aber die Sprache noch nicht so gut kennt? Oh, das ist eine sehr wichtige Frage, weil viele Menschen, die diese Gespräche hören, sind vielleicht nicht Muttersprachler. Sie lernen gerade Deutsch. Ja, und das ist okay. Man kann auch mit einfachem Deutsch eine Gehaltsverhandlung fühlen. Man muss kein perfektes Deutsch haben. Was hilft dann? Also, zuerst Vorbereitung. Man bereitet die Sätze vor, man schreibt sie auf, man liest sie viele Male, man übt sie laut. Ja, und dann, wenn man im Gespräch ist, kann man auch sagen: "Entschuldigung, mein Deutsch ist noch nicht perfekt, aber ich möchte das wichtige Gespräch trotzdem führen." Das ist so gut, man gibt es zu, man ist ehrlich. Und das zeigt Mut und Respekt. Ja, und die meisten Menschen respektieren das sehr, wenn jemand versucht auf Deutsch zu sprechen, auch wenn er Fehler macht. Das ist mutig, das ist respektvoll. Und man kann auch Notizen mitbringen. Man kann ein kleines Blattpapier haben, auf dem man die wichtigsten Punkte aufgeschrieben hat. Man schaut drauf, wenn man es vergisst. Das ist völlig in Ordnung. Ja, man muss das Gespräch nicht auswendig kennen. Man darf Hilfe haben. Notizen, ein Wörterbuch, das ist okay. Und wenn man ein Wort nicht kennt, dann kann man sagen, wie sagt man das auf Deutsch? Oder ich suche das richtige Wort. Ich meine ja, man findet Wege, man umschreibt, man erklärt. Hauptsache man spricht. Hauptsache man spricht. Das ist so wichtig. Reden ist besser als schweigen. Versuchen ist besser als aufgeben. Genau. Man macht den Schritt, auch wenn es nicht perfekt ist, auch wenn man nervös ist, auch wenn das Deutsch nicht perfekt ist, man geht ins Gespräch und mit jeder Verhandlung wird man besser. Mit jeder Erfahrung lernt man mehr, mit der Zeit wird es leichter. Ja, das erste Gespräch ist am schwersten und dann nach dem ersten denkt man: "Oh, das war gar nicht so schlimm. Ich kann das ja und dann wird das zweite Gespräch leichter und das Dritte noch leichter. Man wächst, man wird sicherer. Lass uns jetzt zusammenfassen, was wir heute gelernt haben. Gerne. Also, Gehaltsverhandlung bedeutet, man spricht mit dem Chef über mehr Geld. Das ist normal, das ist professionell, das ist okay. Vorbereitung ist das Wichtigste. Man kennt seine eigene Leistung, man kennt den Markt, man kennt seine Wunschzahl. Man beginnt immer positiv. Man sagt, dass man gerne hier ist. Man nennt konkrete Leistungen. Man nennt den Marktpreis und dann nennt man eine konkrete Zahl. Wenn der Chef nein sagt, man bleibt ruhig. Man fragt, warum? Man fragt, was kann ich tun? Und man plant das nächste Gespräch. Man vergleicht sich nicht mit Kollegen, man droht nicht, man nennt keine persönlichen Gründe. Man entscheidet nicht sofort und man gibt die Zahl nicht zu schnell auf. Der richtige Moment ist nach einem Erfolg, nach einem Lob, nach einer guten Bewertung. Der falsche Moment ist, wenn das Unternehmen Probleme hat oder der Chef unter Stress ist. Und wenn man wenig Deutsch spricht, man bereitet die Sätze vor, man ist ehrlich darüber, man bringt Notizen mit. und man versucht es trotzdem. Die wichtigsten Sätze auf Deutsch sind: "Kann ich kurz mit ihnen sprechen?" Und "Ich möchte über mein Gehalt sprechen." Und in den letzten Monaten habe ich und das Marktgehalt liegt bei und ich stelle mir ein Gehalt von xo vor und können wir in 6 Monaten noch einmal sprechen und immer am Ende vielen Dank für das Gespräch. Höflich, professionell, positiv. Ja, egal wie das Gespräch geht, man endet immer positiv. Man bedankt sich, man zeigt, ich bin ein professioneller Mensch, ich respektiere Sie und ich möchte hier gerne weiter gute Arbeit leisten. Das ist die Kunst der Gehaltsverhandlung. Klar sein, vorbereitet sein, ruhig sein und höflich bleiben. Von Anfang bis Ende. Vielen Dank, dass ihr heute dabei wart. Ich hoffe, ihr habt heute nicht nur neue Wörter auf Deutsch gelernt, sondern auch Mut bekommen, Mut, das Gespräch zu führen, auch wenn es sich schwer anfühlt. Ja, ihr verdient faire Bezahlung. Ihr habt das Recht darüber zu sprechen. Und jetzt habt ihr auch die Sätze dafür. Auf Deutsch. Bis zum nächsten Mal. Tschüss und alles Gute. Tschüss und viel Erfolg bei eurer nächsten Gehaltsverhandlung. M.

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