Mit der Neutralen Nullmethode können wir die Beweglichkeit eines Gelenks standardisiert und einheitlich festhalten. Der dadurch entstehende Code wirkt am Anfang etwas verwirrend, aber mit nur wenigen Regeln kann man ihn sich sehr schnell erschließen und dabei auch wichtige Informationen ableiten. In diesem Video schauen wir uns an einigen Beispielen an, was die Neutral Null Methode ist und wie man die Ergebnisse der klinischen Untersuchung mit System aufschreibt. Viel Spaß. Ausgangspunkt und Referenz für die Neutral N0 Methode ist dabei immer die gleichnamige Neutral Nullstellung, die wir hier einmal sehen können. Die Person steht aufrecht und der Blick ist nach vorne gerichtet. Die Arme hängen seitlich am Körper mit dem Daumen nach vorne und die Füße stehen parallel zueinander. Diese Position stellt die Nullstellung dar, von der aus die Bewegung in beide Richtungen gemessen werden. Also schauen wir uns einmal an, wie man die Neutral Nullmethode verwendet, um die Beweglichkeit des Kniegelenks zu beschreiben. Zunächst muss man unterscheiden, ob es sich um eine aktive Bewegung durch den Patienten bzw. der Patientin handelt oder um eine passive Bewegung. Das sollte man nachher zur besseren Nachvollziehbarkeit mit aufschreiben. Gehen wir einmal davon aus, dass wir allein die aktive Beweglichkeit untersuchen wollen. Von der Nullstellung aus führt die Patientin nun im Kniegelenk eine maximale Flexion und anschließend eine maximale Extension durch und dabei messen wir dann jeweils die erreichten Winkel. In unserem Beispiel wäre das bei der Flexion ein Winkel von ca. 140° und bei der Extension ca. 5°. Mit diesen Werten können wir nun die Beweglichkeit mit Hilfe der Neutral Nullmethode dokumentieren. Ganz allgemein besteht der Code aus drei Winkeln. Dabei ist die Konvention, dass der erste Wert von der Bewegung stammt, die vom Körper weggeht. Also z.B. von einer Extension, Außenrotation oder Abduktion. Der zweite Wert in der Mitte ist in der Regel die Null und gibt an, dass das Gelenk die Nullstellung einnehmen kann. Falls dies nicht der Fall sein sollte, verschiebt sich die Null an eine andere Stelle, dazu aber gleich noch mehr. Gehen wir also weiter von einem physiologischen Befund aus und der letzte Winkel ist dann von der Bewegung, die zum Körper hingerichtet ist. Das wäre dann beispielsweise eine Flexion, Inrotation oder Adoption. Mit diesem Wissen können wir nun für unser Beispiel folgenden Code aufschreiben. Für unser linkes Kniegelenk, welches aktiv bewegt wurde, beträgt die Extension 5°. Daher schreiben wir als erste Zahl die 5. Die Nullstellung konnte erreicht werden. Daher kann in die Mitte eine Null eingetragen werden. Und die Flexion betrug 140°, weshalb wir als letzte Zahl die 140 eintragen. So könnte jetzt eine vollständige Dokumentation für die Klinik aussehen. Wir schreiben also zunächst die Infos zum Gelenk und zur Bewegung auf und anschließend folgt dann der dreistellige Code. Schauen wir uns jetzt einmal das Ellenboghengelenk an, um auch hier einmal die Neutral Nullmethode anzuwenden. Gehen wir zunächst einmal von einem ganz normalen Bewegungsumfang aus. Das bedeutet dann, dass wir eine maximale aktive Extension von ca. 5° haben und eine maximale Flexion von etwa 150°. Nehmen wir nun wieder unser Schema von Vorhöllen und tragen die Werte entsprechend ein. Als erstes notieren wir wieder alle wichtigen Angaben zum Gelenk, um dann als ersten Wert die Extension einzutragen, da diese Bewegung ja vom Körper weggeht. Da die Nullstellung erreicht werden konnte, schreiben wir eine Null in die Mitte und zuletzt tragen wir dann noch die Flexion an dritter Stelle ein. Nach der neutral Nullmethode würde man den Bewegungsumfang dann mit 5050 dokumentieren. Wie sieht es jetzt allerdings aus, wenn wir z.B. Einschränkung in der Bewegung haben. Aufgrund einer früheren Verletzung kann die Patientin jetzt zwar eine maximale Flexion von 120° durchführen, allerdings kann sie die Nullstellung nicht mehr erreichen. Wie wir sehen können, ist nur eine Flexion bis 40° durchführbar und eine weitere Extension bzw. Streckung ist nicht möglich. Nehmen wir nun wieder unser Schema und gehen wir es Schritt für Schritt durch. Also Schritt 1: tragen wir die allgemeinen Angaben zum Gelenk und zur Bewegung ein. Dann folgt Schritt 2. Da wir die Nullstellung nicht einnehmen können, verschieben wir nun die Null an die Stelle, an der die Einschränkung bzw. das Defizit ist. In unserem Fall war die Extension bei der Patientin eingeschränkt. Daher schreiben wir die Null nun an diese Stelle, also an die erste Stelle. Hier würden wir ja normalerweise den Winkel für die Extension eintragen. In die Mitte tragen wir nun bei Schritt 3 den Winkel ein, der in Richtung Nullstellung maximal erreicht werden kann. Das wäre in unserem Fall 40°. Weiter ließ sich der Arm im Ellenbogengelenk nicht strecken. Und beim letzten Schritt ergänzen wir dann noch den fehlenden Wert, nämlich die maximale Flexion von 120°. An dieser Schreibweise können wir nun schnell ablesen, dass die Patientin ein Streckdefizit von 40° aufweist und eine maximale Flexion von 120° erreichen kann. Gehen wir nun als letztes davon aus, dass sich die Bewegung bei der Patientin im Verlauf zunehmend verschlechtert hat und jetzt eine Gelenkversteifung vorliegt. Eine Bewegung ist im Ellenbogelenk nun nicht mehr möglich und das Gelenk verhart in einer 40° Beugestellung. Auch hier gehen wir wieder systematisch vor. Nachdem wir bei Schritt 1 die allgemeinen Informationen notiert haben, schreiben wir bei Schritt 2 wieder die Null an die richtige Stelle. Da die Nullstellung nicht eingenommen werden kann, verschieben wir die Null an die Stelle des Defizits. Da sich der Arm in einer dauerhaften Beugestellung befindet und damit die Streckung das größere Defizit darstellt, tragen wir die Null an erster Stelle ein. Bei Schritt 3 tragen wir nun in der Mitte den Winkel ein, der in Richtung Nullstellung maximal erreicht werden kann. Das ist in unserem Fall relativ eindeutig, nämlich 40°. Und zuletzt ergänzen wir noch den fehlenden Wert für die maximale Flexion und das ist hier ebenfalls 40°. Mit diesem Code 040 können wir nun schnell angeben, dass beim rechten Ellenboghengelenk eine Gelenkversteifung in 40° Beugestellung vorliegt. Fassen wir das Ganze noch einmal kurz zusammen. Die Neutral Nullmethode ist ein einheitliches Verfahren zur Beurteilung und Dokumentation der Gelenkbeweglichkeit. Ausgangspunkt und Referenz ist dabei immer die Neutral Nullstellung, welche hier einmal dargestellt ist. Die Dokumentation der Beweglichkeit erfolgt dabei mit einem dreistelligen Code. Kann die Nullstellung im Gelenk eingenommen werden, sieht er nun folgendermaßen aus. Winkel 1 entspricht der maximalen Bewegung vom Körper weg. Winkel 2 ist die Null, da die Nullstellung erreicht wird und Winkel 3 ist die maximale Bewegung zum Körper hin. Bei Einschränkung der Bewegung wird dieser Code etwas angepasst und die Null an die Stelle des Defizits gesetzt. Beispiele für ein Streckdefizit oder einer Gelenkversteifung habe ich dir hier einmal eingeblendet. Ich hoffe, dir hat dieses Video über die Neutral Nullmethode geholfen. Weitere Videos, Zusammenfassung und Abbildung findest du auf unserer Lernplattform einfachmedizin.de. C.
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